Intuitive Interaktion nach Diefenbach & Ullrich

Mit zunehmendem Forschungsinteresse an der intuitiven Interaktion mit einem Produkt, folgt auch der Bedarf an Methoden zur Messung der Intuition. Sarah Diefenbach und Daniel Ullrich setzen sich auf Forschungsebene intensiv mit diesem Thema auseinander. Sie haben im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten zu diesem Thema den in Abbildung 1.8 zu sehenden Fragebogen entwickelt, der das intuitive Interaktionserlebnis mit einem Produkt evaluieren soll. Dieser Fragebogen umfasst 17 Aussagenpaare, die jeweils extreme Gegensätze zueinander darstellen. Mit Hilfe einer Abstufung von eins bis sieben soll der Nutzer die einzelnen Aussagen bewerten. Die Aussagenpaare sind in drei verschiedene Gruppen unterteilt:

  1. Bei der Nutzung
  2. Die Nutzung
  3. Im Nachhinein
INTUI-Fragebogen, Quelle: www.intuitiveinteraction.net

INTUI-Fragebogen, Quelle: www.intuitiveinteraction.net

Bei den Forschungsarbeiten zu diesem Thema wurde nicht ausschließlich auf HCI Literatur zurückgegriffen, sondern auch auf Literatur aus anderen Fachgebieten wie z.B. der Psychologie. Diefenbach und Ullrich konnten überdies die folgenden zentralen Aspekte der intuitiven Entscheidungsfindung identifizieren:

  1. Intuition ist ein Prozess der sehr schnell verläuft und bedarf keiner Mühe
  2. Intuition ist in der Regel ein unbewusster Prozess
  3. Intuitive Entscheidungen basieren eher auf Gefühlen als auf rationalen Gründen
  4. Intuition führt uns zu Entscheidungen die wir nicht umbedingt erklären können

Es stellt sich jedoch auch in ihren Forschungsarbeiten als schwierig heraus die Intuitivität zu messen, weil jeder Mensch durch seine eigenen Erfahrungen bei der Intuition stark beeinflusst wird. Bei der Veröffentlichung der neuen Microsoft Office 2007 Oberfläche, waren die Meinungen beispielsweise zweigeteilt. Erfahrene Office Nutzer empfanden den Umgang mit der neuen Oberfläche als störend und hinderlich, wohingegen die Neulinge begeistert von der intuitiven Bedienung waren. Die Intuition ist also zu einem gewissen Teil subjektiv und erweißt sich aus diesem Grund als schwer messbar. [vgl. Ziegler&Schmidt 2010, Seiten 251–260]