Look & Feel

Der in der Informatik mittlerweile zu Konsens gewordene Begriff des Look & Feel (LAF) bringt den Stellenwert, den das Design bei der Websitegestaltung mittlerweile einnimmt, prägnant zum Vorschein. „There is no second chance to make a first impression“. [vgl. Thielsch 2008, Seite 48]

LAF schildert den Prozess der Identifikation des Betrachters mit dem aktuellen Websitethema über das Erscheinungsbild. Mit anderen Worten beschreibt LAF die affektive Einstimmung durch die Darbietung einer kontextbezogenen Atmosphäre. LAF bezeichnet somit den Eindruck und die emotionale Empfindung, die ein Design vermittelt. Und genau dies ist ein entscheidender Punkt. Denn wie auch schon Donald Norman schilderte: „Emotions, we now know, change the way the human mind solves problems – the emotional system changes how the cognitive system operates.“ [Norman 2003b, Seite 1] hat die emotionale Stimmung weit mehr Einfluss auf uns, als allgemein bekannt. Mittels durchdachter Gestaltung des Erscheinungsbildes einer Website, kann dem Besucher kommuniziert werden, um welches Thema es sich handelt, welche Wertigkeit die Website hat und welche Zielgruppe angesprochen wird. Eine Website kann modern und „hip“, seriös und zuverlässig oder „ausgeflippt“ und „durchgedreht“ wirken. Sie kann die Atmosphäre von Extremsport, dem Genuss von Schokolade oder dem frischen Atem in der Natur auslösen.

Um den Besucher emotional anzusprechen, ist die Farbgebung mit thementypischen Farbtönen, ein probates Mittel. Eine Zahnarztpraxis wird z.B. seine Leistungen nicht auf einem braunen Seitenhintergrund präsentieren, sondern eher einen Blau- oder Grünton wählen. Ein Braunton wäre allerdings für eine Gärtnerei wieder denkbar.

Darüber hinaus kann mittels typosemantischer Gestaltung ein starker, inhaltlicher Bezug erzielt werden. Dabei spielt die Auswahl einer passenden Schrift (für einzelne Kapitelüberschriften etc.) und die weitere kontextbezogene, gestalterische Aufbereitung eine primäre Rolle. Vor allem bei Webauftritten, die keinen Gebrauch von effektvollen Bildelementen machen, sondern als grafisches Gefüge wirken sollen, wird die Empfindung durch die Farbgebung, die Formsprache und die Typografieauswahl festgelegt.

Da gegenwärtig nahezu jedes größere Unternehmen ein ausgereiftes Corporate Design Konzept besitzt, beeinflusst dieses auch automatisch das LAF der Website. Jedoch ist es die Aufgabe der Designer und Entwickler das Corporate Design Konzept mediengerecht umzusetzen. [vgl. Hammer 2009, Seiten 181–182]