Definition und Aufgabe einer Webnavigation
Wenn man sich den Inhalt einer Website als das Herz vorstellt, würde die Webnavigation das Gehirn repräsentieren. Sie stellt eine Art Inhaltsverzeichnis der Website dar, welches von fundamentaler Bedeutung für die Informationsarchitektur einer Website ist. Die Bedeutung einer Webnavigation kann im Umgang mit großen Mengen an Inhalten eigentlich niemals überschätzt werden, denn Inhalte, die nicht gefunden werden können, können auch nicht gelesen werden. Die Navigation stellt den Websitebesuchern eine inhaltliche, periphere Vorstellung von dem Inhalt der Seite zur Verfügung und somit auch Hinweise, wie bedeutend die Website für die individuellen Informationsbedürfnisse der Nutzer ist. Sie deckt auf, was verfügbar ist und was nicht, und lässt den Nutzer wissen, ob er auf der richtigen „Spur“ ist. James Kalbach definiert eine Webnavigation wie folgt:
„Alle Links, Menübeschriftungen und andere Elemente, die den Zugriff auf Webseiten ermöglichen und dem Benutzer bei der Orientierung innerhalb einer Website helfen.“ [vgl. Kalbach 2008, Seiten 4–14]
Eine Webnavigation beschränkt sich folglich nicht ausschließlich auf Elemente, die zur Interaktion dienen, sondern schließt ebenfalls Orientierungshilfen jeglicher Art mit ein. Diese Orientierungshilfen sorgen dafür, dass sich Nutzer der Website immer im klaren darüber sind, wo sie sich gerade auf der Website befinden. Jede Webnavigation, sollte darüber hinaus die sieben Grundbedürfnisse der Websitebesucher im Web, zu jeder Zeit und auf jeder Seite (Startseiten sowie Unterseiten) befriedigen:
- Wo befindet sich der Besucher innerhalb der Website?
- Was gibt es auf der aktuellen Seite für den Besucher?
- Von wem ist die Website?
- Wohin kann der Besucher von der aktuellen Seite aus gehen?
- Wie gelangt der Besucher dorthin?
- Was gibt es sonst noch auf der Website?
- Wie kommt der Besucher wieder zurück? [vgl. Hammer 2009, Seite 201]
Neben diesen sieben Grundbedürfnissen, die als Basis für eine gute Webnavigation dienen, gibt es noch weitere Aufgaben für eine professionelle Navigation, die zu einer positiven UX beitragen:
- Guten Überblick über den Inhalt der Website liefern
- Wünsche & Bedürfnisse der Benutzer sind mit den Vorhaben des Unternehmens abgestimmt in der Linkbeschriftung zu erkennen
- Websitebesucher wichtige Dinge finden lassen – auch wenn sie gar nicht danach suchen (Serendipity-Prinzip)
- Leichten Zugang zu allen Informationen bieten
- Gesamterscheinungsbild der Website positiv beeinflussen
- Thematischen Stellenwert der Website reflektieren
- Markenbildung („Branding“) fördern
- Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit und Seriosität steigern
In der richtigen Kombination können wechselnde Positionen, Balance, Auswahl an Optionen und deren Reihenfolge, sowie der Ton der Linkbeschriftungen und die visuelle Darstellung der verschiedenen Bereiche der Webnavigation zu einem positiven, ganzheitlichen Nutzungserlebnis (Markenerlebnis) beitragen. [vgl. Kalbach 2008, Seiten 139, 257]
Meißt sind es nur Optimierungen im Detail, die zu einer besseren UX und zufriedenen Besuchern führen. In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, was zu beachten ist, um eine möglichst positive UX im Kontext von Webnavigationen zu erzeugen bzw. zu ermöglichen.
Mein Name ist Karsten Nolte. Derzeit strebe ich an der Westfälischen Hochschule den akademischen Grad Master of Science im Studiengang »Praktische Informatik« an.